Wie man Kaschmir richtig pflegt

Edelwolle

Kaschmir (auch Cashmere) zählt zu den edelsten Wollarten der Welt und wird aus dem Fell der Kaschmirziege gewonnen. Seine guten Eigenschaften zeigen sich in der hervorragenden Wärmedämmung und der Fähigkeit, Feuchtigkeit abzuweisen. Die feinen und flexiblen Fasern sind extrem widerstandsfähig, daher sind Kaschmirprodukte sehr gefragt. Doch findet man sie eher im Luxussegment, da die Verarbeitung der Edelwolle kostenintensiv ist. Das will bezahlt sein. Doch wer Kleidungsstücke aus diesem edlen Material besitzt, kann sich glücklich schätzen. Aber auch die hochwertigste Bekleidung wird einmal schmutzig und da stellt sich die Frage: Ab in die Waschmaschine? Was tun bei Flecken? Wie bewahrt man diese hochwertigen Kleidungsstücke auf? Was tun, um das Gewebe vor Schädlingen zu schützen?

Kaschmir selber waschen?

Jedes Tragen und jede Wäsche verursacht Verschleiß. Doch Kaschmir ist widerstandsfähig und muss nicht nach jedem Tragen gewaschen werden, da es sich um ein hochwertiges Naturprodukt handelt. Wolle ist von Natur aus wenig schmutzanfällig und die natürlich enthaltenen Stoffe wirken leicht desinfizierend. Für die schmutzabweisenden Eigenschaften ist das Lanolin (natürliches Wollfett) verantwortlich. Daher reicht es, ein Kleidungsstück aus Kaschmir erst nach vier- bis fünfmaligem Tragen zu waschen. Dazwischen kann es über Nacht gelüftet werden und schon ist es wieder frisch und weich am Morgen danach.

Maschinenwäsche

Kaschmir darf in der Waschmaschine gewaschen werden, doch gibt es einiges zu beachten, damit die empfindliche Wolle den Waschgang schadensfrei übersteht und weiterhin Freude bereiten kann:
Nur wenige Kaschmir-Kleidungsstücke gleichzeitig in die Maschine geben (max. drei bis vier). Dabei sollte sie nicht auf links gewendet werden.
Wollwaschgang einstellen.

  • Temperatur nicht höher als 30o C wählen.
  • Kaltwäsche ist nicht empfehlenswert, da das Waschmittel sonst nicht ausreichend wirken kann. Die Folge: Schmutzpartikel lösen sich nicht oder nur unzureichend.
  • Flüssiges Wollwaschmittel (ohne Bleichmittel, Aufheller oder Weichspüler) verwenden
  • Zum Schutz der empfindlichen Wollfasern sollten die Kleidungsstücke vor dem Waschen in einen Kopfkissenbezug oder dafür vorgesehenen Wäschebeutel gesteckt werden. Das schont sie auch im anschließenden Schleudergang.
  • Bitte nur kurz schleudern mit max. 600 U/min.
  • Sofort aus der Waschmaschine nehmen.

Handwäsche

Selbstverständlich dürfen Kleidungsstücke aus Kaschmir auch mit der Hand gewaschen werden. Doch sollte man vorsichtig damit umgehen und sie mechanisch wenig bewegen (die Waschmaschine tut dies im Wollwaschgang auch nicht). Im Folgenden einige Ratschläge, damit es richtig gelingt:

  • Wassertemperatur sollte nicht über 30o C liegen, Hitze schadet den empfindlichen Fasern.
  • Die Kleidungsstücke nicht länger als nötig im Wasser liegen lassen. Einweichen hat einen eher negativen Effekt.
  • Das flüssige Wollwaschmittel kann auch durch ein mildes Haarshampoo ersetzt werden. Die Dosierung sollte aber eingehalten werden.
  • Nach dem Waschen die Kleidungsstücke gut ausspülen.
  • Die Teile nicht auswringen oder durchwalken, das verursacht Verfilzungen und verzieht das empfindliche Gewebe.
  • Die beste Vorgehensweise ist, beim Waschen und Ausspülen mehrfach in das handwarme Wasser eintauchen und leicht ausdrücken.
  • Das Gewebe nicht aneinander reiben, es kann sonst seine Form verlieren und/oder verfilzen.

Nach der Wäsche

Kaschmir-Produkte müssen nicht gebügelt werden. Wer es dennoch tun möchte, geht mit dem Dampfbügeleisen (max. auf „Wolle“ Stufe 2 einstellen) ohne Druck leicht über das Gewebe, um es zu glätten. Gern kann man auch ein Tuch zwischen Bügeleisen und Kaschmirgewebe legen. Einige Verbraucher berichten davon, dass ein gebügeltes Kaschmir-Produkt nach dem Bügeln weniger fußelt.
Auf dem Kaschmirgewebe bilden sich manchmal kleine Knötchen, vor allem an strapazierten Stellen. Dieses nennt man „Pilling-Effekt“ und ist auch bei den hochwertigsten und teuersten Geweben nicht zu vermeiden. Diese kann man mit den Fingern entfernen oder mit einem speziellen Wollkamm auskämmen. Das Abrasieren sollte besser unterlassen werden, da das Gewebe ggf. aufgerieben wird, sofern man nicht über einen hochwertigen Wollrasierer verfügt.
Kaschmir-Kleidungsstücke dürfen nicht zum Trocknen in den Wäschetrockner gegeben werden. Besser breitet man die noch feuchten Teile auf einem Handtuch aus, das auf den Wäscheständer gelegt wurde, und zieht sie vorsichtig in die richtige Form. Direkt nach der Handwäsche kann das Kleidungsstück auch in ein großes Handtuch gerollt werden, das entzieht weitere Feuchtigkeit. Zum Fertigtrocknen aber wieder öffnen und in Form ziehen. Trocknen im direkten Sonnenlicht oder auf der Heizung sollte vermieden werden – das schadet dem empfindlichen Material.
Auch das Trocknen auf einem Bügel sollte unterlassen werden, da sich das Kleidungsstück sonst in die Länge ziehen könnte. Mit der ursprünglichen Form ist es dann vorbei. Es ist aber hilfreicher Trick, sofern das Bekleidungsstück zu kurz ist.

Professionelle Reinigung

Anzüge aus Kaschmir kann man nicht selber waschen. Sie gehören von Anfang an in professionelle Hände. Wer sich nicht traut, Kaschmirkleidung selbst zu waschen, kann sie ebenfalls den Profis von der Reinigung anvertrauen.

Was tun bei Flecken?

Punkt 1: Nicht einweichen! Punkt 2: Nicht bürsten! Besser sofort ausziehen, Shampoo oder Wollwaschmittel auf den Fleck und ab in die Waschmaschine (wie oben beschrieben). Bei schwierigen Flecken fragt man besser die Profis.

Schädlinge haben keine Chance

Für die Lagerung im Kleiderschrank empfiehlt sich ein Lavendelsäckchen oder ein Stück Zedernholz, um Schädlinge davon abzuhalten, sich die wertvollen Stücke einzuverleiben. Auch Antimottenstreifen aus dem Drogeriemarkt sind hilfreich.

Die Aufbewahrung Kleidungsstücken aus Kaschmir

Hochwertige Kaschmir-Bekleidung sollte stets liegend aufbewahrt werden. Die hängende Aufbewahrung lässt die wertvollen Kleidungsstücke sonst leicht ihre Form verlieren. Manchmal erhält man beim Kleidungskauf einen Aufbewahrungsbeutel dazu, den man gern bei der Lagerung im Schrank zum Schutz verwenden kann. Wer ein Kaschmir-Kleidungsstück am nächsten Tag zu tragen plant, kann es über Nacht in der frischen Luft aufhängen, so richten sich die feinen Härchen auf und sorgen für das klassische Aussehen.
Flusen und Haare lassen sich leicht mit Klebeband oder einem Kleberoller vom Gewebe entfernen. Doch sollte man lieber nicht auf die Idee kommen und den Staubsauger verwenden. Das zerstört das wertvolle Gewebe.
Wissenswertes zu Kaschmir

  • Kaschmir kann bis zu 30 % Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen.
  • Dieses hochwertige Material ist ein guter Begleiter in kalten und in warmen Jahreszeiten gleichermaßen.
  • Beim Kauf ist das Material glatt und weich. Doch die typische Flaumbildung zeigt sich erst beim Tragen und der anschließenden Wäsche.
  • Bügeln ist nach dem Waschen und Trocknen normalerweise überflüssig.
  • Ein Geheimtipp einiger Modedesigner: Die feinen Härchen richten sich auch wieder auf, wenn man den feuchten Pulli ein bis zwei Stunden im Gefrierbeutel ins Eisfach legt, ihn danach liegend trocknet oder ein paar Minuten auf niedrigster Stufe (Einstellung „kalt“) in den Trockner gibt. Glattgestrickte Teile kann man anschließend mit dem Dampfbügeleisen leicht dämpfen. Dabei sollte man das Bügeleisen aber nur über das Gewebe halten – nicht berühren.
  • Wer bei der Pflege seiner Kaschmir-Bekleidung alle Ratschläge befolgt, wird lange Freude daran haben. Man bedenke, wo Kaschmir-Ziegen leben und was ihr begehrtes Fell alles aushalten kann. Es schützt sie sowohl vor eisigen Temperaturen, wie auch vor großer Hitze. Auch Feuchtigkeit stellt kein Problem dar, sodass Kaschmir-Ziegen bei jeder Witterung gut gekleidet sind. All diese Eigenschaften verlieren sich nicht bei der Verarbeitung, sondern sie kommen dem Träger der zukünftigen Kleidungsstücke zugute.